SAP Product Compliance & Gefahrgut — Begriffe klar erklärt.
Die wichtigsten Begriffe rund um SAP Product Compliance (ehemals SAP EH&S), Sicherheitsdatenblätter, REACH und Gefahrgut — kurz definiert, jeweils mit Verweis auf die passende Vertiefung.
SAP Product Compliance
ehemals SAP EH&S
SAP Product Compliance ist SAPs Modul für die regulatorische Konformität von Stoffen und Produkten — Gefahrstoff- und Gefahrgutmanagement, Sicherheitsdatenblätter und Stoffdaten. 2022 hat SAP das klassische SAP EH&S in SAP Product Compliance umbenannt; funktional ist es dasselbe Modul.
Es umfasst Specification Management, Phrase Management, WWI, SDB-Versand und das Gefahrgutregelwerk. Daneben gibt es eine neue, S/4HANA-native Lösung (New Scenario). Kocak Solutions begleitet beide Welten — von Customizing über Lösungsdesign bis zur Entwicklung.
„Classic Scenario" und „New Scenario" sind die zwei Ausprägungen von SAP Product Compliance. Classic ist die etablierte Lösung (ehemals SAP EH&S) auf ECC und S/4HANA; New Scenario ist SAPs S/4HANA-native, Fiori-basierte Neuentwicklung mit eigenem Datenmodell.
Das Classic Scenario passt zu bestehenden Landschaften und gewachsenen Prozessen, das New Scenario zu Greenfield-Projekten und Conversions. Eine Migration zwischen beiden ist möglich — wir setzen beides um.
SAP EHS Management (EHSM) ist SAPs Modul für den Arbeitsschutz — Incident Management, Risk Assessment und Health & Safety. Trotz des ähnlichen Namens ist es ein eigenständiges Modul und nicht mit SAP Product Compliance zu verwechseln.
EHSM adressiert betriebliche Sicherheit und Vorfälle, Product Compliance dagegen die Konformität von Stoffen und Produkten. Kocak Solutions deckt EHSM bewusst nicht ab und konzentriert sich ausschließlich auf Product Compliance.
Die Windows Wordprocessor Integration (WWI) ist die Reporting-Technologie von SAP Product Compliance. Aus den Spezifikationsdaten erzeugt sie automatisiert und mehrsprachig rechtskonforme Dokumente — Sicherheitsdatenblätter, GHS-Labels und Transportpapiere.
WWI verbindet Stoffdaten über Report-Templates mit einem Word-basierten Layoutprozess auf einem WWI-Server. Die Pflege dieser Templates ist anspruchsvoll und entscheidet über Qualität und Wartbarkeit der Ausgabe — genau hier setzen wir an.
Ein Sicherheitsdatenblatt (SDB, englisch SDS) ist das gesetzlich vorgeschriebene Dokument, das alle Informationen zum sicheren Umgang mit einem Gefahrstoff bündelt. Nach Gefahrstoffverordnung ist für jeden Gefahrstoff ein SDB zu erstellen.
In SAP Product Compliance werden SDBs über WWI aus den Spezifikationsdaten generiert und über den SDB-Versand an Kunden verteilt — inklusive Aktualisierungen, wenn sich Einstufung oder Vorschriften ändern.
Substance Volume Tracking (SVT) ist ein Verfahren zur Überwachung der Mengen von Chemikalien, die hergestellt oder importiert werden. Es hilft Unternehmen, die Mengenschwellen und Meldepflichten der REACH-Verordnung einzuhalten.
SVT verfolgt den Chemikalienfluss entlang der Lieferkette samt Menge, Eigenschaften und Verwendungsort und liefert so die Datengrundlage für REACH-Registrierungen. In SAP Product Compliance lässt es sich auf Basis der Stoff- und Mengendaten abbilden.
Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals
REACH ist die EU-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien. Sie verpflichtet Unternehmen, in der EU hergestellte, importierte oder verwendete Chemikalien zu registrieren und Informationen zur sicheren Verwendung bereitzustellen.
REACH bildet den rechtlichen Rahmen; Verfahren wie Substance Volume Tracking dienen dazu, seine Mengen- und Meldepflichten umzusetzen. Die zugehörigen Stoff- und Mengendaten werden in SAP Product Compliance gepflegt.
Die CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 regelt die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen in der EU und setzt das global harmonisierte System (GHS) um. Daraus ergeben sich Gefahrenpiktogramme sowie H- und P-Sätze.
Die Vorgaben aus CLP/GHS bestimmen die Inhalte von Labels und Sicherheitsdatenblättern. In SAP Product Compliance fließen sie in die Einstufung und in die WWI-Ausgabe ein.
ADR, RID, IMDG und IATA sind die internationalen Transportregelwerke für Gefahrgut — Straße (ADR), Schiene (RID), See (IMDG) und Luft (IATA-DGR). Sie legen Klassifizierung, Verpackung und Dokumentation gefährlicher Güter je Verkehrsträger fest.
In SAP Product Compliance werden diese Regelwerke an den Gefahrgutstamm angebunden, sodass die Gefahrgutprüfung in SD-, WM- und EWM-Prozessen läuft. Wir schaffen die Grundlage, damit Sie Ihre Stoffe sauber im Gefahrgutstamm einstufen können.
Eine UN-Nummer ist eine vierstellige Kennnummer, mit der gefährliche Stoffe und Gegenstände im Transport weltweit eindeutig identifiziert werden (z. B. UN 3480 für Lithium-Ionen-Batterien). Sie steuert die anwendbaren Transportvorschriften.
Über die UN-Nummer hängen Verpackungsanweisungen, Kennzeichnung und Versanddokumente zusammen — zentral etwa beim Lithium-Batterieversand. Der Lithium Hub unterstützt den rechtskonformen Versand entlang dieser Vorgaben.
Regulatory Content sind die regulatorischen Grunddaten — Phrasen, Listenstoffe, Regelwerke und WWI-Templates —, die meist von Content-Providern wie Verisk 3E geliefert werden. Sie bilden die Datengrundlage für Einstufung und Dokumente in SAP Product Compliance.
Jedes Content-Update muss eingespielt und gegen die Bestandsklassifizierung getestet werden, ohne dass etwas zerbricht. Wir bringen diese Pakete initial und in jedem Update-Zyklus sauber ins System.
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